{"id":225,"date":"2023-08-08T17:46:19","date_gmt":"2023-08-08T16:46:19","guid":{"rendered":"https:\/\/handbook.cbt2go.net\/?page_id=225"},"modified":"2023-08-08T17:46:34","modified_gmt":"2023-08-08T16:46:34","slug":"aktivitaetsaufbau","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/handbook.cbt2go.net\/index.php\/aktivitaetsaufbau\/","title":{"rendered":"Aktivit\u00e4tsaufbau (Weiss-Zamani)"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Mag. Julia Weiss-Zamani<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>julia.weisszamani@gmail.com<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wozu dient Aktivit\u00e4tsaufbau?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die verhaltenstherapeutische Technik des Aktivit\u00e4tsaufbaus zielt darauf ab, das Aktivit\u00e4tsniveau der Patienten zu erh\u00f6hen. Vor allem geht es darum, vermehrt positiv erlebte Aktivit\u00e4ten auszuf\u00fchren und in der Folge auch angenehme Gef\u00fchle und eine verbesserte Stimmung zu erzielen. Daher ist diese Technik vor allem in der Therapie depressiver Patienten ein wichtiger Teil des therapeutischen Gesamtkonzeptes.<\/p>\n\n\n\n<p>Theoretischer Ausgangspunkt ist die lerntheoretische Annahme des Verst\u00e4rkerverlustes. Man geht davon aus dass depressive Personen aufgrund ihrer Symptomatik (Antriebslosigkeit, sozialer R\u00fcckzug etc.), einen Verlust positiv erlebter Umweltverst\u00e4rkung (Erfolgserlebnisse, soziale Kontakte) erleiden, was zu einer weiteren Stimmungsverschlechterung f\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch die Technik des Aktivit\u00e4tsaufbaus wird daran gearbeitet, den Patienten zu einer geregelten Tagesstruktur in einem gesunden Ausma\u00df zu verhelfen, das hei\u00dft weder zu viele noch zu wenige Aktivit\u00e4ten auszu\u00fcben und eine Balance, zwischen angenehm erlebten Aktivit\u00e4ten und Pflichten, zu finden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Indikationen und Kontraindikationen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Aktivit\u00e4tsaufbau ist vor allem dann indiziert, wenn die Person ein geringes Aktivit\u00e4tsniveau aufweist und bestimmte T\u00e4tigkeiten g\u00e4nzlich vermeidet. Gerade Personen mit depressiver Symptomatik neigen dazu, antriebslos zu sein und viel zu gr\u00fcbeln, anstatt aktiv zu werden. Auch beim chronischen Ersch\u00f6pfungssyndrom, aber auch bei psychotischen Residuen, somatoformen St\u00f6rungen, chronischen Schmerzen, Panikst\u00f6rungen und Adipositas kann ein geringes Aktivit\u00e4tsniveau einen gro\u00dfen Teil der Symptomatik sowie der aufrechterhaltenden Bedingungen ausmachen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wichtig ist, dass darauf geachtet wird, dass die Person in der Lage ist, Aktivit\u00e4ten gezielt zu planen (beispielsweise nicht akut psychotisch oder dement ist), die vorgenommenen Zielsetzungen realistisch umsetzbar sind und sich die Person nicht \u00fcberfordert f\u00fchlt, denn ein Misserfolgserlebnis w\u00e4re kontraproduktiv. Weiters sollen nat\u00fcrlich keine Aktivit\u00e4ten ausge\u00fcbt werden, die aus anderen &#8211; beispielsweise aus medizinischen Gr\u00fcnden \u2013 kontraindiziert sind oder gar zu einer Aufrechterhaltung der Symptomatik beitragen w\u00fcrden (z.B. exzessiver Sport bei Anorexia nervosa).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Praktische Durchf\u00fchrung des Aktivit\u00e4tsaufbaus<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Technik des Aktivit\u00e4tsaufbaus ist meist Teil eines umfassenden Behandlungskonzeptes und wird in der Therapie m\u00f6glichst fr\u00fch begonnen. Bevor sie mit der Planung der Aktivit\u00e4ten beginnen, ist es wichtig, dass der Patient versteht, warum ein Aktivit\u00e4tsaufbau wichtig ist. Denn das Umsetzen vermehrter Aktivit\u00e4ten kann f\u00fcr den Patienten immense Anstrengung und \u00dcberwindung bedeuten, und somit ist es unumg\u00e4nglich, dass der Patient entsprechend motiviert ist. Dem Patienten wird daher im Vorfeld ein plausibles Erkl\u00e4rungsmodell f\u00fcr die Entstehung seiner Symptomatik vermittelt. Im Falle einer depressiven, antriebslosen Symptomatik erkl\u00e4rt der Therapeut den \u201eTeufelskreis der Depression\u201c, aus negativen Gef\u00fchlen, Gedanken und antriebslosem Verhalten, welche sich gegenseitig verst\u00e4rken und somit in die \u201eDepressionsspirale\u201c (Abw\u00e4rtsspirale der depressiven Symptomatik, in der sich alle Symptome wechselseitig verst\u00e4rken bzw. verschlechtern) f\u00fchren. Gemeinsam mit dem Patienten werden individuelle, konkrete Beispiele aus dessen eigenem Erleben erarbeitet und besprochen. Wichtig ist der Hinweis, dass die Aktivit\u00e4ten langsam und schrittweise aufgebaut werden sollen, um eine \u00dcberforderung zu vermeiden.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei der konkreten Durchf\u00fchrung des Aktivit\u00e4tsaufbaus werden Arbeitsbl\u00e4tter verwendet, wie beispielsweise ein Wochenplan in Kombination mit einem Stimmungsprotokoll und\/oder einer Bewertung der Aktivit\u00e4t (angenehm \u2013 neutral \u2013 unangenehm).<\/p>\n\n\n\n<p>Beispiel f\u00fcr einen Wochenplan (Montag-Sonntag) mit Stimmungsprotokoll (1-10):<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"605\" height=\"373\" src=\"https:\/\/handbook.cbt2go.net\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Clipboard01.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-226\" srcset=\"https:\/\/handbook.cbt2go.net\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Clipboard01.jpg 605w, https:\/\/handbook.cbt2go.net\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Clipboard01-300x185.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 605px) 100vw, 605px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Der Aktivit\u00e4tsaufbau wird in vier Phasen durchgef\u00fchrt:<\/p>\n\n\n\n<p>Phase 1: Erhebung des aktuellen Aktivit\u00e4tsniveaus und Erarbeitung der Funktionalit\u00e4t des Vermeidens<\/p>\n\n\n\n<p>Nach der Vermittlung eines Erkl\u00e4rungsmodells hinsichtlich Notwendigkeit und N\u00fctzlichkeit des Aktivit\u00e4tsaufbaus (Depressionsspirale bzw. Weg aus der Depressionsspirale hinaus), wird im Rahmen einer Problemanalyse gepr\u00fcft, welche funktionale Bedeutung dem Vermeiden von Aktivit\u00e4t zukommt. Was sind die Vor- und Nachteile des inaktiven Verhaltens? Wovor \u201esch\u00fctzt\u201c die Inaktivit\u00e4t den Patienten bzw. was vermeidet er dadurch (z.B. Misserfolgserlebnisse, Anstrengung etc.)? Es soll die Wahrnehmung und Selbstreflexion hinsichtlich des antriebslosen Verhaltens und seiner Konsequenzen verbessert werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Hausaufgabe protokolliert der Patient sein aktuelles Verhalten anhand eines Wochenplans. Er wird dazu angehalten mindestens einmal pro Tag seine Aktivit\u00e4ten in den Wochenplan einzutragen und die zu diesem Zeitpunkt bestehende Stimmung zu protokollieren. Im Vorfeld wird genauestens besprochen, wie der Wochenplan gef\u00fchrt werden soll bzw. welche Aktivit\u00e4ten einzutragen sind. Gerade in der Beobachtungsphase empfiehlt es sich, alles m\u00f6glichst genau in Stichworten mitzuschreiben, auch jene \u201eAktivit\u00e4ten\u201c, die eher passiv sind, wie \u201efernschauen\u201c, um einen Einblick in die vorherrschende Tagesstruktur des Patienten zu bekommen. F\u00fcr diese Beobachtungsphase reicht ca. eine Woche. In der darauffolgenden Therapiesitzung wird besprochen, wie zufrieden der Patient mit seiner beobachteten Tagesstruktur und seinem Aktivit\u00e4tsniveau ist. Beurteilt wird die Frequenz, Intensit\u00e4t und Dauer der ausgef\u00fchrten Aktivit\u00e4ten (zu viel? zu wenig? zu kurz? zu lang? zu exzessiv? etc.), sowie die Qualit\u00e4t der ausgef\u00fchrten Aktivit\u00e4ten (angenehm oder unangenehm? leicht durchf\u00fchrbar oder nur mit gro\u00dfer M\u00fche und \u00dcberwindung? etc.).<\/p>\n\n\n\n<p>Phase 2: Einplanen und Ausf\u00fchren vermehrter, vor allem positiv erlebter Aktivit\u00e4ten<\/p>\n\n\n\n<p>Nach der Analyse der erhobenen Aktivit\u00e4ten werden Zielsetzungen zur Ver\u00e4nderung besprochen. W\u00e4ren mehr positive Aktivit\u00e4ten sinnvoll oder weniger ausge\u00fcbte Pflichten und l\u00e4ngere Phasen der Erholung und Selbstf\u00fcrsorge? Werden zwar gen\u00fcgend positive Aktivit\u00e4ten ausge\u00fcbt, aber bleibt zu viel an Pflichten unerledigt und wird dadurch zur Belastung? Gibt es zu viele antriebslose \u201eLeerlaufphasen\u201c auf der Couch vor dem Fernseher, die der Patient f\u00fcr aktivere Selbstf\u00fcrsorge, wie Bewegung, Entspannungs\u00fcbungen oder selbstwertsteigernde Hobbies nutzen k\u00f6nnte? Entsprechend werden gemeinsam konkrete Aktivit\u00e4ten ausgew\u00e4hlt und eingeplant, die der Patient bis zur n\u00e4chsten Sitzung durchf\u00fchren soll. Hilfreich ist eine m\u00f6glichst genaue Planung im Wochenplan. Der Patient soll sich im Vorfeld \u00fcberlegen, wann er welche Aktivit\u00e4t durchf\u00fchren m\u00f6chte bzw. auch realistischer Weise durchf\u00fchren kann. Es ist wichtig, die aktuelle Symptomatik des Patienten zu ber\u00fccksichtigen und nur solche Aktivit\u00e4ten einzuplanen, die einen geringen Schwierigkeitsgrad haben, damit es nach M\u00f6glichkeit zu keinen Misserfolgserlebnissen kommt. Anfangs sollen m\u00f6glichst positiv erlebte Aktivit\u00e4ten eingeplant werden, damit der Patient positive Verst\u00e4rkung erf\u00e4hrt. Ist der Patient aufgrund der depressiven Symptomatik nicht in der Lage, etwas als positiv und angenehm zu erleben, so kann es hilfreich sein, auf Aktivit\u00e4ten zur\u00fcck zu greifen, die fr\u00fcher als positiv erlebt wurden. Wichtig ist ein schrittweiser Aufbau, so dass nicht zu viele Aktivit\u00e4ten auf einmal eingeplant werden, oder solche, die dem Patienten zu viel \u00dcberwindung abverlangen w\u00fcrden (Bsp. mit kurzen Spazierg\u00e4ngen anfangen statt gleich f\u00fcr einen Marathon trainieren). Aktivit\u00e4ten von kurzer Dauer, die in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden ohne viel Aufwand durchgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen, sind zu bevorzugen (Bsp. \u201et\u00e4glich eine halbe Stunde im Park spazieren\u201c statt \u201eans Meer fahren\u201c). Gro\u00dfe Vorhaben sind in Teilschritte zu zerlegen und m\u00f6glichst konkret einzuplanen (Bsp. ein Zeitfenster von einer Stunde verplanen um eine bestimmte Lade auszumisten statt das Vorhaben \u201eHaus ausmisten\u201c zu formulieren). Die Aktivit\u00e4ten k\u00f6nnen beispielsweise mit Bleistift in den Wochenplan eingetragen werden und mit Kugelschreiber nachgeschrieben werden sobald sie durchgef\u00fchrt wurden. Wichtig ist, dass man erkennen kann, was f\u00fcr wann geplant wurde und was davon auch durchgef\u00fchrt wurde. Die ausgew\u00e4hlten Aktivit\u00e4ten sollten nat\u00fcrlich positiv formuliert werden (Bsp. \u201eAchtsamkeits\u00fcbung machen\u201c statt \u201enicht gr\u00fcbeln\u201c) und vom Patienten selbst aktiv gesteuert werden k\u00f6nnen, also so durchgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen, dass er dabei m\u00f6glichst wenig von anderen Personen abh\u00e4ngig ist (Bsp. \u201eFreundin Sabine anrufen\u201c statt \u201eauf Anruf von Sabine warten\u201c). Die Aktivit\u00e4ten lassen sich mittelbar oder unmittelbar verst\u00e4rken. Aktivit\u00e4ten, welche per se als angenehm erlebt werden, beinhalten eine unmittelbare Verst\u00e4rkung. Die Verst\u00e4rkerqualit\u00e4t sollte im Vorfeld genau exploriert werden. Beispielsweise k\u00f6nnte etwas fr\u00fcher als angenehm eingestuft worden sein, in einer depressiven Phase aber als unangenehm erlebt werden (z.B. \u201eMusik komponieren\u201c \u2013 aber in der depressiven Phase erlebt sich der Patient als unkreativ und ger\u00e4t unter Druck). Unangenehm erlebte Pflichten k\u00f6nnen mittelbar verst\u00e4rkt werden, beispielsweise indem sich der Patient eine Belohnung daf\u00fcr \u00fcberlegen und g\u00f6nnen darf.<\/p>\n\n\n\n<p>In regelm\u00e4\u00dfigen Sitzungen wird besprochen wie es dem Patienten mit der Planung und Durchf\u00fchrung der Aktivit\u00e4ten geht. Es wird er\u00f6rtert, welche Aktivit\u00e4ten dem Patienten leicht fallen und welche er eher vermeidet und warum. Jene T\u00e4tigkeiten, die der Patient bereits regelm\u00e4\u00dfig aus\u00fcbt sollen ausgebaut werden. Jene Aktivit\u00e4ten, die der Patient noch vermeidet k\u00f6nnen in einer Problemanalyse besprochen werden und gegebenenfalls genauer vorbereitet werden, z.B. in einem Rollenspiel ge\u00fcbt werden o.\u00e4.<\/p>\n\n\n\n<p>Phase 3: Aufbau einer Tagesstruktur und Planung spezifischer Aktivit\u00e4ten<\/p>\n\n\n\n<p>Sobald das allgemeine Aktivit\u00e4tsniveau erh\u00f6ht und der Antrieb verbessert ist, kann mit dem Aufbau spezifischer Aktivit\u00e4ten, die der Patient bislang noch vermeidet, begonnen werden. Dies k\u00f6nnen beispielsweise unangenehme oder schwierige Aktivit\u00e4ten sein, die den Patienten gro\u00dfe \u00dcberwindung kosten und noch vor gro\u00dfe Herausforderungen stellen. Wichtig ist, diese Aktivit\u00e4ten genau zu besprechen, zu schauen, was braucht der Patient um diese durchf\u00fchren zu k\u00f6nnen. Braucht er beispielsweise noch Kompetenzen, an deren Aufbau gearbeitet werden kann? Beispielsweise in Form von Hilfen wie der gemeinsame Vorbereitung eines Gespr\u00e4ches (Formulierungen erarbeiten, Rollenspiel etc.) oder der Erarbeitung von Teilschritten, die eine \u00dcberwindung erleichtern w\u00fcrden (z.B. \u201eerste Seite vom Bewerbungsschreiben gestalten und danach mit einer Folge aus der Lieblingsserie belohnen\u201c statt \u201eBewerbungen schreiben\u201c). Wenn sich der Therapeut sicher ist dass der Patient die Handlung erfolgreich ausf\u00fchren kann, soll diese in die Planung aufgenommen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Phase 4: Aufrechterhaltung des Aktivit\u00e4tsniveaus<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem ein erh\u00f6htes Aktivit\u00e4tsniveau und auch spezifische Aktivit\u00e4ten aufgebaut wurden, sollten die Aktivit\u00e4ten noch \u00fcber mehrere Wochen hinweg protokolliert und nachbesprochen werden. Auftretende Schwierigkeiten sollten nachbesprochen werden und entsprechend der Vorgehensweise in Phase 2 und Phase 3 bearbeitet und werden (Woran liegt es? Was braucht der Patient um die Ver\u00e4nderung umzusetzen und beibehalten zu k\u00f6nnen?).<\/p>\n\n\n\n<p><a><\/a><strong>Erfolgskriterien, Schwierigkeiten und Fehler<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><a><\/a>Wenn der Patient subjektiv erlebt, dass Probleme mit aktivem, zielgerichtetem Verhalten zu verbessern sind und dass dies einen positiven Einfluss auf die eigene Stimmungslage und den eigenen Antrieb hat, so ist dies als Erfolg anzusehen. Durch den Vergleich der Aktivit\u00e4tsprotokolle, wie beispielsweise Wochenpl\u00e4ne, k\u00f6nnen objektive Erfolgskriterien erhoben werden (z.B. \u201cletzte Woche konnte ich mich nur zweimal zum Spazieren gehen \u00fcberwinden, diese Woche schon dreimal\u201d).<\/p>\n\n\n\n<p><a><\/a>Vermieden werden soll, dass die Zielsetzungen zu hoch gegriffen sind und dass zu gro\u00dfe und schwierige Schritte eingeplant werden. Weiters ist es wichtig, dass der Patient versteht, warum welche Aktivit\u00e4t geplant wird und auftretende (m\u00f6gliche) Schwierigkeiten ausreichend reflektiert werden. Wichtig ist ebenso, sich nach dem individuellen Tempo des Patienten zu richten und die einzelnen Teilschritte nicht zu schnell vorzugeben bzw. den Schwierigkeitsgrad nicht zu schnell zu erh\u00f6hen. Nach M\u00f6glichkeit sollte der Patient die Aktivit\u00e4ten, die er aus\u00fcben m\u00f6chte, selbst ausw\u00e4hlen und es sollten nicht zu viele Vorschl\u00e4ge seitens des Therapeuten kommen. Sollte es dem Patienten an eigenen Ideen mangeln, kann eine \u201cListe angenehmer Aktivit\u00e4ten\u201d (z.B. Hautzinger, 2012), hilfreich sein. Wenn Schwierigkeiten auftreten, sollte der Therapeut nicht ver\u00e4rgert darauf reagieren und sich mit Interpretationen, warum dies so sei, zur\u00fcckhalten. Statt dessen ist es zielf\u00fchrender, mittels geleiteten Entdeckens herauszufinden, woran es liegen k\u00f6nnte. Ziele sollten anhand einer m\u00f6glichst konkreten Zielerreichungsskala vorformuliert werden und \u00fcberpr\u00fcfbar gemacht werden (z.B. 3x pro Woche 1 Stunde Laufen als Ziel, begonnen wird jedoch mit kleineren Schritten wie 3x\/Woche \u00bd Stunde Spazieren gehen).<\/p>\n\n\n\n<p><a><\/a><strong>Empirische Absicherung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><a><\/a>Der Aktivit\u00e4tsaufbau gilt als Basis-Strategie der Kognitiven Verhaltenstherapie. Wirksamkeitsstudien beziehen sich meist auf die gesamte Therapie und nicht auf einzelne therapeutische Techniken, Metaanalysen weisen jedoch die Reduktion der depressiven Symptomatik nach Erh\u00f6hung positiver Aktivit\u00e4ten nach (Brakemeier et al., 2017).<\/p>\n\n\n\n<p><a><\/a><strong>Literatur<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><a><\/a>Brakemeier, E. &amp; Jacobi, F. (2017). Verhaltenstherapie in der Praxis (1. Aufl.). Weinheim:Beltz.<\/p>\n\n\n\n<p><a><\/a>Linden, M. &amp; Hautzinger, M. (2015). Verhaltenstherapiemanual (8.Aufl.). Heidelberg: Springer.<\/p>\n\n\n\n<p><a><\/a>Hautzinger, M. (2012). Depressive St\u00f6rungen. In G. Meinlschmidt, S. Schneider &amp; J. Margraf (Hrsg.), <em>Lehrbuch der Verhaltenstherapie. Materialien f\u00fcr die Psychotherapie<\/em> (Bd. 4, S.313-322). Berlin: Springer.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mag. Julia Weiss-Zamani julia.weisszamani@gmail.com Wozu dient Aktivit\u00e4tsaufbau? 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