{"id":244,"date":"2023-08-09T14:43:24","date_gmt":"2023-08-09T13:43:24","guid":{"rendered":"https:\/\/handbook.cbt2go.net\/?page_id=244"},"modified":"2023-08-09T14:43:25","modified_gmt":"2023-08-09T13:43:25","slug":"dbt-skills-dafert","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/handbook.cbt2go.net\/index.php\/dbt-skills-dafert\/","title":{"rendered":"DBT-Skills (Dafert)"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Burkhard Dafert<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\" type=\"1\">\n<li>Theorie<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p>Die Dialektisch Behaviorale Therapie oder kurz DBT, und einer deren zentralen Therapiebausteine, das Skillstraining, gehen auf Marsha M. Linehan zur\u00fcck. Urspr\u00fcnglich zur Behandlung der chronischen Suizidalit\u00e4t entwickelt, zeigte sich die DBT als eine hocheffiziente Interventionsform in der psychotherapeutischen Behandlung der emotional instabilen Pers\u00f6nlichkeitsst\u00f6rung Typ Borderline. Nach Erweiterungen und Modifikationen findet diese Interventionsform nun bei allen psychischen St\u00f6rungen, wo Probleme mit der Affekt- und Emotionsregulation und der Impulskontrolle eine bedeutsame Rolle spielen, ihre Anwendung.<\/p>\n\n\n\n<p>Hinsichtlich der Genese psychischer St\u00f6rungen orientiert sich das Skillstraining am bio \u2013 psycho &#8211; sozialen Modell. Neben genetischen Dispositionen und k\u00f6rperlichen Ver\u00e4nderungen wird besonders die Bedeutung des invalidierenden Umfelds f\u00fcr die Entstehung dysfunktionalen Verhaltens hervorgehoben. In einem invalidierenden Umfeld werden selbstbestimmtes Verhalten oder Mitteilungen pers\u00f6nlicher emotionaler Erfahrungen nicht best\u00e4rkt, sondern kritisiert, als sozial nicht vertr\u00e4glich etikettiert und in den schlechtesten F\u00e4llen pathologisiert oder direkt bestraft. Das Individuum lernt in einem solch invalidierenden Umfeld nicht, Vertrauen in die eigenen Emotionen und Kognitionen als ad\u00e4quate Antworten auf Ereignisse zu entwickeln. Es gelingt daher nicht Gef\u00fchle zu benennen und eine effektive Emotionsmodulationsf\u00e4higkeit und damit auch eine effiziente Spannungsregulation zu entwickeln.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Skillstraining werden Ans\u00e4tze der klassischen und kognitiven Verhaltenstherapie, achtsamkeitsbasierte Ans\u00e4tze und k\u00f6rperorientierte Techniken miteinander kombiniert. F\u00fcr den Anwender sind Kenntnisse der klinischen Symptomatik, das Wissen \u00fcber biologische Faktoren und psychosoziale Zusammenh\u00e4nge, sowie \u00fcber die Folgen von traumatischen Erfahrungen, Kenntnisse der Bindungstheorien, sowie Kenntnisse \u00fcber die Entwicklung dysfunktionaler Schemata und Beziehungsmuster unabdingbar. Mit diesem Wissen k\u00f6nnen die dahinter liegenden St\u00f6rungen verstanden und passende Skills ausgew\u00e4hlt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Skillstraining setzt sich aus 5 Modulen zusammen: Achtsamkeit, Emotionsmodulation, Stresstoleranz, zwischenmenschliche Fertigkeiten und Selbstwert. Das Modul Selbstwert ist in der urspr\u00fcnglichen Fassung des Skillstrainings von Linehan (vgl. Linehan 2015) nicht als eigens Modul vorhanden, wird aber im deutschsprachigen Raum standardm\u00e4\u00dfig als solches angef\u00fchrt.&nbsp; Inhaltlich orientiert sich das Modul Selbstwert am Programm zum Aufbau von Selbstwertgef\u00fchl nach Potreck \u2013 Rose und Jacob (Potreck \u2013 Rose &amp; Jacob, 2015).<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Anwendungsgebiete<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Wie bereits erw\u00e4hnt kann Skillstraining bei allen psychischen St\u00f6rungen, bei denen Probleme im Bereich der Emotionsmodulation und Spannungsregulation im Vordergrund stehen, sinnvoll eingesetzt werden. Es existieren eigene Skillstrainingsprogramme f\u00fcr BPS, PTBS, Sucht, Essst\u00f6rungen, den Bereich der Forensik, den p\u00e4dagogischen Bereich und f\u00fcr die Arbeit mit Jugendlichen und viele weitere Bereiche.<\/p>\n\n\n\n<p>Urspr\u00fcnglich nur als einer der 4 Grundbausteine der DBT, Einzeltherapie, Skillstraining, Telefonkontakte und Supervision f\u00fcr den Behandler, gedacht, kommt Skillstraining mittlerweile auch in Kombination mit anderen Therapieverfahren oder als Skillstraining allein, insbesondere in der station\u00e4ren Behandlung zur Anwendung. Skillstraining kann sowohl als Gruppentraining, als auch im Einzelsetting zum Einsatz kommen. Die Vermittlung aller 5 Module ist zu empfehlen, es kann von dieser Standardform aber auch abgewichen werden und es k\u00f6nnen nur einzelne Module des Trainings, beziehungsweise einzelne Teilabschnitte von Modulen vermittelt werden. Um von einem Skillstraining sprechen zu k\u00f6nnen m\u00fcssen auf jeden Fall Aspekte der Achtsamkeit, der Stresstoleranz und der Emotionsmodulation vermittelt werden.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Praktische Anwendung<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Mittels Skillstraining sollen den Patientinnen einerseits bereits vorhandene Fertigkeiten bewusst gemacht werden, andererseits sollen neue Fertigkeiten erlernt und trainiert werden. Durch fortschreitende bewusste Integration der Skills in das Verhaltensrepertoire des Patienten soll eine automatisierte Anwendung in Krisensituationen erreicht werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Dies erfolgt durch Vermittlung von theoretischem Wissen \u00fcber Entstehung und Aufrechterhaltung von Problemverhalten und psychischen St\u00f6rungen, praktischen \u00dcbungen und Erfahrungsaustausch.<\/p>\n\n\n\n<p>Was sind Skills?<\/p>\n\n\n\n<p>M. Linehan definiert \u201cSkills\u201c als kognitive, emotionale und handlungsbezogene Reaktionen, die sowohl kurz- als auch langfristig zu einem Maximum an positiven und einem Minimum an negativen Ergebnissen f\u00fchren. Diese Reaktionen k\u00f6nnen automatisiert sein oder bewusst eingesetzt werden (Linehan 1996b).<\/p>\n\n\n\n<p>Mittels Skills k\u00f6nnen wir unser Denken und unser Verhalten gezielt steuern. Der Patient soll lernen, sich mit kurzen pr\u00e4gnanten Selbstinstruktionen durch Krisen zu steuern, ohne auf selbstsch\u00e4digende Verhaltensweise zur\u00fcckgreifen zu m\u00fcssen. Skills dienen also der Bew\u00e4ltigung von akuten Krisensituationen als auch der Bew\u00e4ltigung des allt\u00e4glichen Lebens. Kurzfristig k\u00f6nnen Skills ungeeignete Wahrnehmungs-, Gef\u00fchls- oder Verhaltensmuster ersetzen. Langfristig k\u00f6nnen mittels Skills Sichtweisen und Interpretationsmuster sich selbst, aber auch der Umwelt gegen\u00fcber modifiziert werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Verhalten des Trainers<\/p>\n\n\n\n<p>Der Trainer orientiert sich an der in der DBT \u00fcblichen dialektischen Grundhaltung. Er versucht die Balance zwischen Akzeptanz und Ver\u00e4nderung, zwischen validierenden und fordernden Interventionen zu bewahren.<\/p>\n\n\n\n<p>Trainingsaufgaben<\/p>\n\n\n\n<p>Neben dem Erwerb und der Verst\u00e4rkung von Skills w\u00e4hrend des Trainings stellt die Arbeit mit Trainings- oder Hausaufgaben die Generalisierung der neu erworbenen Fertigkeiten sicher. Nur Skills die ausreichend trainiert wurden, stehen im Krisenfall zur Verf\u00fcgung. Es gilt der Grundsatz, dass alle Skills unter NON \u2013 Stress \u2013 Bedingungen ge\u00fcbt werden m\u00fcssen. Dies geschieht unter dem Motto \u201eDie Feuerwehr \u00fcbt nicht im Brandfall!\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Behandlungsvertrag<\/p>\n\n\n\n<p>Der Behandlungsvertrag ist ein wichtiger Bestandteil des Skillstrainings. In diesem Vertrag verpflichtet sich der Klient die erlernten Skills zu \u00fcben und an der Reduktion des definierten Problemverhaltens zu arbeiten. Der Trainer verpflichtet sich zur Weiterbildung und Einhaltung der vereinbarten Rahmenbedingungen. Weitere m\u00f6gliche Inhalte des Behandlungsvertrags finden sich in folgender Aufz\u00e4hlung:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Dauer<\/li>\n\n\n\n<li>Anwesenheit<\/li>\n\n\n\n<li>Teilnahmebedingungen<\/li>\n\n\n\n<li>P\u00fcnktlichkeit<\/li>\n\n\n\n<li>Hausaufgaben<\/li>\n\n\n\n<li>Kontakte au\u00dferhalb der Gruppe<\/li>\n\n\n\n<li>Umgang mit Selbstverletzungen<\/li>\n\n\n\n<li>Verlassen der Gruppe w\u00e4hrend der Sitzung<\/li>\n\n\n\n<li>Umgang mit Suizidabsichten bzw. Gef\u00e4hrdung<\/li>\n\n\n\n<li>Keine Paare<\/li>\n\n\n\n<li>Schweigepflicht \/ Vertraulichkeit<\/li>\n\n\n\n<li>Alkohol \/ Drogen<\/li>\n\n\n\n<li>Time out \u2013 Regelung<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Modul 1: Achtsamkeit<\/p>\n\n\n\n<p>Ziel dieses Moduls ist die Schulung der bewertungsfreien Wahrnehmung und der Fokussierung auf den Augenblick. Achtsamkeit bietet die M\u00f6glichkeit Selbstregulationsprozesse zu erkennen und zu modifizieren. Die Unterbrechung der Routinen in der Informationsverarbeitung erm\u00f6glicht Neubewertungen und es kommt in weiterer Folge zu einer Reduktion von Vermeidungsverhalten. Im Zustand der Achtsamkeit k\u00f6nnen dysfunktionale Grundannahmen leichter erkannt und ver\u00e4ndert werden. Diese \u201eSatellitenposition\u201c zum eigenen Selbst und den eigenen kognitiven Prozessen ist Grundvoraussetzung f\u00fcr viele weitere Skills. Deshalb steht das Modul Achtsamkeit am Beginn des Skillstraings. Achtsamkeit, die Mutter aller Skills, ist also einerseits Ziel des Skillstrainings, andererseits auch Voraussetzung f\u00fcr alle anderen Module.<\/p>\n\n\n\n<p>Achtsamkeit wird als erlern- und trainierbare Fertigkeit verstanden. Im Skillstraining wird zwischen den \u201eWas \u2013 Fertigkeiten\u201c und den \u201eWie \u2013 Fertigkeiten\u201c unterschieden. Die \u201eWas \u2013 Fertigkeiten\u201c sind Wahrnehmen, Beschreiben und Teilnehmen. Die \u201eWie \u2013 Fertigkeiten\u201c sind das Einnehmen einer nicht wertenden Haltung, die Konzentration auf den Augenblick und das wirkungsvolle Handeln.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch regelm\u00e4\u00dfiges Trainieren der \u201eWas \u2013 und Wie \u2013 Fertigkeiten\u201c soll der Geisteszustand des intuitiven Wissens erreicht werden. Dieses intuitive Wissen ist die Synthese aus rationalem Geisteszustand, wo Intellekt und Logik vorherrschen, und dem emotionalen Geisteszustand, wo Emotionen und Stimmungen im Vordergrund stehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Modul 2: Stresstoleranz<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eStresstoleranz ist die F\u00e4higkeit, Krisen auszuhalten und zu \u00fcberleben, ohne die Dinge schlimmer zu machen\u201c (Linehan 2016, S. 320).<\/p>\n\n\n\n<p>Das Modul Stresstoleranz gliedert sich in 2 Abschnitte: Im ersten Teil werden Skills vermittelt, die der Bew\u00e4ltigung von akuten Krisen und den dabei auftretenden aversiven Hochspannungszust\u00e4nden oder auch dissoziativen Zust\u00e4nden dienen. Der Patient soll lernen, die bislang eingesetzten selbstsch\u00e4digenden Verhaltensweisen durch weniger selbstsch\u00e4digende Verhaltensweisen zu ersetzen. In Hochstresssituationen ist der normale Weg der Erregungsleitung \u00fcber Hippocampus und Cortex gest\u00f6rt oder, wie im Falle der Dissoziation, fast g\u00e4nzlich blockiert (Sendera, 2010). Dadurch kommt es zu einer Einschr\u00e4nkung der kognitiven Fertigkeiten. Durch das Setzen intensiver Sinnesreize kann diese Blockade durchbrochen und die Handlungsf\u00e4higkeit wiederhergestellt werden. &nbsp;Der Patient erlernt dieses Durchbrechen, indem er sich Skillsketten erarbeitet. Unter Skillsketten wird eine gleichbleibende Abfolge von Skills verstanden, die vom Patienten unter \u201eNon \u2013 Stress \u2013 Bedingungen\u201c trainiert werden, mit dem Ziel, auch im Krisenfall handlungsf\u00e4hig zu bleiben. Skillsketten beginnen oft mit dem Setzen eines intensiven Sinnesreizes. Dies kann ein Schmerzreiz, ein K\u00e4ltereiz, aber auch eine intensive Geruchs- oder Geschmacksempfindung sein. Wichtig ist die Verf\u00fcgbarkeit des Reizes in der Krisensituation. Der Patient wird daher angehalten eine Auswahl von Sinnesreizen in einem \u201eNotfallkoffer\u201c immer bei sich zu tragen. An zweiter Stelle beinhaltet die Skillskette Strategien zur \u00dcberpr\u00fcfung der Realit\u00e4t. Danach folgen Skills zur Emotionsregulation oder auch Strategien zur Ablenkung, zur Beruhigung oder zur Verbesserung des Augenblicks. Der Einsatz der Stresstoleranzskills stellt einerseits die Spannungsreduktion auf ein ertr\u00e4gliches Ma\u00df sicher, andererseits k\u00f6nnen viele Skills aus anderen Modulen erst dann sinnvoll eingesetzt werden, wenn die kognitive Leistungsf\u00e4higkeit wiederhergestellt ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Im zweiten Teil geht es um die Vermittlung von Skills, welche die Patienten in der allgemeinen Lebensf\u00fchrung unterst\u00fctzen sollen. Neben der Vermittlung der Bereitschaft neue Wege zu begehen, werden mit den Patientinnen Strategien erarbeitet, ihr Leben so zu gestalten, dass zweckm\u00e4\u00dfiges Handeln im Vordergrund steht. Der Patient lernt zwischen ver\u00e4nderbaren Lebensumst\u00e4nden und unver\u00e4nderbaren Umweltbedingungen, die akzeptiert werden m\u00fcssen, zu differenzieren. Im Skillstraining werden Strategien vermittelt, wie Ver\u00e4nderungen effizient zu gestalten sind. Patienten sind oft mit der gedanklichen Suche nach optimalen L\u00f6sungen besch\u00e4ftigt, die unter realen, eingeschr\u00e4nkten Bedingungen nicht umsetzbar sind, was h\u00e4ufig zur Inaktivit\u00e4t und Passivit\u00e4t f\u00fchrt. Im Skillstraining wird der Fokus bei ver\u00e4nderbaren Problemen auf den n\u00e4chsten m\u00f6glichen Schritt gelenkt, der den Patienten der Zielerreichung n\u00e4herbringt, was zu einer Erh\u00f6hung der Aktivit\u00e4t und des Erlebens von Selbstwirksamkeit beim Patienten f\u00fchrt. Den unver\u00e4nderbaren Umst\u00e4nden lernt der Patient im Skillstraining mit einer achtsamen, akzeptierenden Grundhaltung zu begegnen, wobei diese Akzeptanz nicht mit Guthei\u00dfen einer ungerechten und leidvollen Realit\u00e4t verwechselt werden darf.<\/p>\n\n\n\n<p>Modul Emotionsmodulation<\/p>\n\n\n\n<p>Dieses Modul bildet das Kernst\u00fcck des Skillstrainings.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Skillstraining wird vom evolution\u00e4ren Wert der Emotionen ausgegangen. Gef\u00fchle sind automatisch ablaufende Reaktionsmuster auf externe und interne Stimuli, die rasche Handlungsabl\u00e4ufe gew\u00e4hrleisten. Im Laufe der Evolution haben sich diese Reaktionsmuster entwickelt, weil sie das \u00dcberleben sicherten oder zur wiederkehrenden Probleml\u00f6sung n\u00fctzlich waren. Diese Emotionen sind als emotionales Netz repr\u00e4sentiert. Dieses Netz umfasst Wahrnehmung, Denken, k\u00f6rperliche bzw. physiologische Reaktionen und Handlungsaufforderungen. Emotionsmodulation bedeutet die F\u00e4higkeit der Steuerung der Intensit\u00e4t der emotionalen Reaktion \u00fcber die Beeinflussung der Komponenten des emotionalen Netzes.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Skillstraining lernt der Patient einzelne Emotionen anhand der unterschiedlichen Komponenten des emotionalen Netzes zu erkennen und zu differenzieren. Mittels gezielter Steuerung und Kontrolle der Handlungsintentionen, der K\u00f6rperhaltung und k\u00f6rperlichen Reaktionen, sowie der Ver\u00e4nderung von Interpretationsmustern und kognitiven Prozessen, k\u00f6nnen Emotionen gezielt beeinflusst werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Weitere Schwerpunkte dieses Moduls bilden das Erkennen von emotionstypischen Ausl\u00f6sesituationen und f\u00fcr die jeweilige Emotion typischen Vorl\u00e4ufer- und Folgeemotionen, sowie die Vermittlung von Skills zur Verringerung der emotionalen Verwundbarkeit. Die Identifikation und Ver\u00e4nderung dysfunktionaler Grundannahmen bez\u00fcglich Emotionen und Emotionsmodulation erg\u00e4nzen das Modul Emotionsmodulation.<\/p>\n\n\n\n<p>Modul 3: Zwischenmenschliche Fertigkeiten<\/p>\n\n\n\n<p>In diesem Modul lernt der Klient interpersonelle Konflikte auszutragen, ohne die Beziehung zu seinem Gegen\u00fcber zu gef\u00e4hrden und ohne die Selbstachtung zu verlieren. Er soll auf eigenen W\u00fcnschen, Zielen und Meinungen bestehen k\u00f6nnen und in der Lage sein, die Intensit\u00e4t seiner Reaktion zu steuern. Skills f\u00fcr den Bereich der verbalen und nonverbalen Kommunikation erg\u00e4nzen dieses Modul.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Beschreiben von Verhaltensfertigkeiten und Handlungsabl\u00e4ufen bedeutet noch nicht zwangsl\u00e4ufig, dass diese Fertigkeiten auch in realen sozialen Situationen angewandt werden k\u00f6nnen. Das Rollenspiel ist in diesem Modul daher eine der vorrangigen Methoden der Wissensvermittlung.<\/p>\n\n\n\n<p>Modul 4: Selbstwert<\/p>\n\n\n\n<p>In diesem Modul lassen sich drei Kernbereiche unterscheiden: Der Aufbau eines realistischen positiven Selbstwertes, der Identifikation und Ver\u00e4nderung dysfunktionaler Grundannahmen sich selbst gegen\u00fcber und der Aufbau selbstf\u00fcrsorglichen Verhaltens.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Aufbau eines positiven Selbstwertgef\u00fchls erfolgt einerseits durch die Erweiterung von Kompetenzen, der F\u00f6rderung von angenehmen Erlebnissen mit der eigenen Position und dem Erkennen und Ver\u00e4ndern von dysfunktionalen Bewertungen (Bohus &amp; Wolf, 2009,S. 320). Die Bearbeitung dysfunktionaler Grundannahmen ist an die Regeln der kognitiven Umstrukturierung angelehnt. Dysfunktionale Grundannahmen werden benannt, ver\u00e4ndert und durch funktionalere Annahmen ersetzt. Diese funktionalen Annahmen werden anschlie\u00dfend im Verhaltensexperiment \u00fcberpr\u00fcft. Der Aufbau selbtsf\u00fcrsorglichen Verhaltens umfasst das Erstellen von Listen mit angenehmen Aktivit\u00e4ten, genauso wie die Entwicklung eines fairen Blicks gegen\u00fcber der eigenen Person und den eigenen Handlungen.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Evidenz<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>In randomisierten kontrollierten Studien konnten positive Effekte in den Bereichen emotionale Dysregulation, affektive Instabilit\u00e4t und zwischenmenschliche Kompetenzen nachgewiesen werden. Skillstraining erwies sich als wirksam bei PTBS, Depressionen, Suchtproblemen und Essst\u00f6rungen. Eine \u00dcbersicht \u00fcber den aktuellen Forschungsstand zur Wirksamkeit von Skillstraining findet sich bei Linehan 2017.<\/p>\n\n\n\n<p>Literatur:<\/p>\n\n\n\n<p>Bohus, M &amp; Wolf, M. (2009) <em>Interaktives SkillsTraining f\u00fcr Borderline-Patienten<\/em>. Stuttgart, New York: Schattauer<\/p>\n\n\n\n<p>Linehan, M. (1996) <em>Dialektisch-behaviorale Therapie der Borderline Pers\u00f6nlichkeitsst\u00f6rung. <\/em>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;M\u00fcnchen: CIP-Medien<\/p>\n\n\n\n<p>Linehan, M. (1996) <em>Trainingsmanual zur DBT der Borderline. PS<\/em>&nbsp; M\u00fcnchen: CIP-Medien<\/p>\n\n\n\n<p>Linehan, M. (2017) <em>Handbuch der Dialektisch \u2013 Behavioralen Therapie Band 1: DBT Skills Training Manual.<\/em> M\u00fcnchen: CIP Medien<\/p>\n\n\n\n<p>Linehan, M. (2017) <em>Handbuch der Dialektisch \u2013 Behavioralen Therapie Band 2: Arbeitsbuch f\u00fcr TherapeutInnen und PatientInnen.<\/em> M\u00fcnchen: CIP Medien<\/p>\n\n\n\n<p>Potreck-Rose, F. &amp; Jacob, G. (2006) <em>Selbstzuwendung, Selbstakzeptanz, Selbstvertrauen. Psychotherapeutische Interventionen zum Aufbau von Selbstwertgef\u00fchl<\/em>. Stuttgart: Klett-Cotta.<\/p>\n\n\n\n<p>Sendera, A. &amp; Sendera, M. (2005\/2007\/2012) <em>Skills-Training bei Borderline- und Posttraumatischer Belastungsst\u00f6rung<\/em>.&nbsp;&nbsp; Wien: Springer<\/p>\n\n\n\n<p>Sendera, A. &amp; Sendera, M. (2010) <em>Borderline \u2013 die andere Art zu f\u00fchlen. Beziehungen verstehen und leben.<\/em> Wien: Springer<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Burkhard Dafert Die Dialektisch Behaviorale Therapie oder kurz DBT, und einer deren zentralen Therapiebausteine, das Skillstraining, gehen auf Marsha M. Linehan zur\u00fcck. Urspr\u00fcnglich zur Behandlung der chronischen Suizidalit\u00e4t entwickelt, zeigte sich die DBT als eine hocheffiziente Interventionsform in der psychotherapeutischen Behandlung der emotional instabilen Pers\u00f6nlichkeitsst\u00f6rung Typ Borderline. 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